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10.10.2004 Frauenworkshop für Schülerinnen und Lehrer, Übungsleiter und Trainer in NDF

Die Trainierenden aus anderen Vereinen bzw. interessierte Frauen kamen eher mit der Erwartung ganz speziell Methoden zu erlernen, wie man Angreifer auf Distanz hält oder auch abwehrt.


Der Kurs war so angelegt, dass zunächst eine Selbstverteidigungssituation nach den unterschiedlichen Stufen von Gefahrenbewusstsein/Erkennung von Gefahren über Prävention, Selbstbehauptung, Flucht/ Hilfe bis hin zur körperlichen Selbstverteidigung aufgegliedert wurde. Der Referent Dr. Torsten Strube vom Landesverband für Ju-Jutsu Hessen machte klar, das vor allem eine selbstbewusste Körpersprache ein Mittel ist, um gar nicht erst als potentielles Opfer zu gelten. Er zeigte mit Hilfe von Rollenspielen, wie Frau sich allein durch den lauten Einsatz ihrer Stimme, ständigem Augenkontakt und zu Hilfenahme der Hände die Distanz zu dem Angreifer wahren kann. Da aber nicht davon ausgegangen werden kann, dass sich auf diese Weise jeder Angreifer abschrecken lässt, zeigte er in einem weiteren Teil des Kurses die für die Abwehr eines Angreifers empfindlichen Körperteile und dazu einfache aber dennoch effektive Techniken zur Selbstbehauptung bzw. -verteidigung.

Im Anschluss an das bisher eher praktische Training erläuterte der Frauenreferent des Landesverbandes Christian Zink voran man als Außenstehender bzw. Freund, Lehrer oder auch Erziehungsberechtigter erkennt, dass ein Kind oder junge Frau missbraucht wurde und wie man in einem solchen Fall handeln soll. Am Abend des ersten Tages veranstaltete der Gastgeber KSV Jitoku e.V. eine Party bei der ausreichend für das leibliche Wohl gesorgt war und sich alle näher kennenlernen konnten. Der zweite Tag des Wochenendkurses begann mit einem Exkurs in Waffenrecht von Andreas Garz, welcher im Rechtsausschuss des Verbandes tätig ist. Dabei ging er besonders auf die Einteilung nach Schusswaffen, gleichgestellte Waffen und gefährliche Gegenstände ein. Zum Abschluss des Kurses Selbstverteidigung für Frauen und Mädchen konnten die erlernten Techniken im Rahmen von verschärften Rollenspielen direkt an einem mit Vollschutzanzug ausgestatteten Teilnehmer erprobt werden.

Alles in allem habe ich bei diesem Kurs gelernt, wie ich von vornherein vermeide als potentielles Opfer zu gelten, mich gar nicht erst in brenzlige Situationen bringe und mir aufdringliche Zeitgenossen mit einfachsten Mittel fern halte.



Schade fand ich nur, dass Frauen und Mädchen der näheren Umgebung des Veranstaltungsortes offensichtlich kein Interesse an solchen Kursen haben oder trotz mehrmaligem direktem Anschreiben von Lehrern bzw. Schulleitung der umgebenden Schulen (Grundschule Gamstädt, Realschule und Gymnasium Neudietendorf) durch den Kursveranstalter nicht informiert waren. Umso schöner war es, dass Lehrer und Schüler aus Meiningen, Leinefelde, Eisenach, Mühlhausen und natürlich Erfurt den Weg nach Neudietendorf gefunden haben und so ein reger Erfahrungsaustausch stattfinden konnte.


Claudia Wolf