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26.11.2006 Frauenworkshop des Thüringer Ju-Jutsu Verbandes

Am Wochenende vom 25. bis 26.11.2006 fand in Gamstädt wieder ein Frauenworkshop unter der Leitung von Christian Zink statt. Bereits im letzten Jahr hatte ich schon einmal an diesem Workshop teilgenommen und kann sagen, auch der diesjährige ist wieder sehr gut angekommen.



Die Teilnehmerinnen des Kurses waren bunt gemischt von Jung bis nicht mehr ganz so jung, was dem Kurs auch gleich mehr Leben verlieh. Während Christian mit Unterstützung von Hans-Olaf anhand von Statistiken mit alten Vorurteilen bezüglich des großen unbekannten schwarzen Mannes, der hilflose Frauen nachts an dunklen Ecken überfällt, aufräumte und auch darlegte, was überhaupt alles unter den Gewaltbegriff zählt und in welch vielfältiger Form sich Häusliche Gewalt darstellt, verlieh die eine oder andere Teilnehmerin mit dem Erzählen eines persönlichen Erlebnisses der Thematik noch mehr Leben. Und da, wo durch die Teilnehmerinnen kein Beitrag erfolgte, wusste Christian mit der einen oder anderen Geschichte für Aha-Effekte und auch für Lacher zu sorgen.



Ausgerichtet an den Interessen der Teilnehmerinnen wurde auch das Thema Mobbing nicht ausgelassen. Aufgeräumt mit den Vorurteilen und aufgeklärt über die „größten Risiken“, Opfer von Gewalt zu werden, erhielten die Teilnehmerinnen wertvolle Tipps, die es ihnen erleichtern sollen, Gefahrensituationen frühzeitig zu erkennen und sich entsprechend zu verhalten. Immer wieder wurde deutlich gemacht, dass, wer seine Grenzen frühzeitig und deutlich verteidigt, auch die besten Chancen hat, heil aus einer sich anbahnenden Gefahrensituation herauszukommen. Und um den Teilnehmerinnen dies deutlich zu machen, wurden nach vorausgegangen Selbstbehauptungsübungen und dem Erlernen leichter Selbstverteidigungstechniken, Rollenspiele durchgeführt, bei denen die Teilnehmerinnen die Situation erkennen und sich der Situation entsprechend verhalten mussten. Als „Täter“ unterstützten die männlichen Teilnehmer der Kursleiterausbildung diese Übungen mitunter sehr realitätsnah, so dass die Schwierigkeiten, die eine Frau in solchen Situationen hat, mitunter sehr deutlich wurden. Es wurde aber auch darüber gesprochen, wie eine Frau als Zeugin einer Gewaltsituation oder als Freundin eines „Opfers“ helfen kann. Hier leistete der Vortrag des Mitarbeiters des Kinderschutzbundes Erfurt einen wertvollen Beitrag, welcher nicht nur von den anwesenden Müttern, sondern auch von den jungen Teilnehmerinnen mit Interesse aufgenommen wurde.



Da ich mich, bedingt durch meinen Beruf, persönlich schon mit dem Thema „Gewalt“ beschäftigt habe, kann ich an dieser Stelle nur ein großes Lob für das Engagement und die Aufarbeitung des Themas aussprechen. Es bleibt wie immer nur zu hoffen, dass die Teilnehmerinnen die Erkenntnisse aus diesem Kurs verinnerlichen und ihn denjenigen weiter empfehlen, die einen solchen Kurs am ehesten nötig haben!

Kerstin Blanke (Polizeibeamtin)


So sah es Abends aus, als alle Männer wieder mitmachen durften: