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24.11.2007 Frauenselbstbehauptung und Selbstverteidigung 2007

Wie jedes Jahr bot der KSVJ einen Kurs für Frauen an, welcher sich mit Gewalt gegen Frauen beschäftigte. Hauptthemen waren Mobbing, Stalking, Häusliche Gewalt und sexuelle Gewalt. Zusätzlich wurden wertvolle Informationen gegeben, um Kinder vor Kindesmissbrauch zu schützen bzw. wie man bei Verdacht sinnvoll handelt. Die folgenden zwei Schilderungen stehen für das durchweg positive Feedback:


Meinung zum Workshop Frauenselbstbehauptung und Selbstverteidigung

Eine ausführliche und überzeugende Schilderung des Ablaufes von Sexualstraftaten  und typischer Täter- und Opferprofile widerlegte viele meiner Vorurteile. Ernüchternd war die Tatsache, dass die meisten Taten im persönlichen Umfeld des Opfers eher am Tag und in Räumlichkeiten stattfinden. Dies führte zu der Überzeugung, ich kann in den überwiegenden Fällen die Tat schon im Ansatz allein durch selbstbewußtes Auftreten verhindern. Rollenspiele zeigten, dass auch dies verinnerlicht werden muss. So fiel es den meisten Kursteilnehmerinnen gar nicht so leicht, die richtigen Schimpfwörter für eine Verteidigung zu finden.
Das Üben von Selbstverteidigungstechniken überzeugte mich,  dass auch ich als Frau, die in der Regel körperlich dem Täter unterlegen ist, durchaus mich wirkungsvoll wehren kann.
Ein wichtiger Teil des Kurses war für mich als Mutter von drei Kindern die Aufklärung über den Kindesmissbrauch. Auch dabei war die Erkenntnis erschütternd, dass die meisten Taten im persönlichen Umfeld der Kinder stattfinden (Familienangehörige, Nachbarn, Erzieher etc.) und wie schwer es betroffene Kinder haben, sich aus diesem Teufelskreis zu befreien und sich anderen anzuvertrauen. Entsprechend dankbar war ich für Tipps, wie ich meine Kinder schützen bzw. erkennen kann, ob sie vielleicht schon Opfer sind.
Ebenso wichtig fand ich die Aufklärung über das richtige Verhalten gegenüber Opfern von sexueller oder häuslicher Gewalt, die sich mir anvertrauen könnten. Ich hätte vieles anders gemacht und dadurch dem Opfer eher Schaden zugefügt.
Gerade die Erkenntnis, wie schwer es Frauen haben, die von Tätern aus dem persönlichen Umfeld vergewaltigt werden und dadurch meist einen persönlichen Absturz erleiden (Verlust des Partners, Freundeskeises, Arbeitsplatzes etc.), führte zu der Überzeugung, dass die Frauen und Mädchen schon im Vorfeld etwas dagegen tun sollten. Der Besuch eines Selbstverteidigungskurses wäre ein erster Schritt.

Abschließend darf ich anmerken, dass der Kurs nicht nur inhaltlich, sondern auch rhetorisch sehr ansprechend gehalten wurde. Der Wechsel von Vortrag, Rollenspielen  und Üben von Verteidigungstechniken war gelungen.

Ina Oppler
(Juristin, Beamtin des Freistaates Thüringen)

 

 


 

 Hallo Christian,

dein Selbstverteidigungskurs für Frauen, der sehr familienfreundlich auf zwei Wochenenden verteilt stattfand, hat mir gut gefallen. Du verstehst es sehr gut, das Augenmerk der Teilnehmerinnen durch dein fundiertes Hintergrundwissen auf die Mechanismen  von Gewalttaten zu lenken. Viele Gegenstrategien  - von der Selbstbehauptung bis zur Selbstverteidigung – konnten wir als Teilnehmerinnen erfahren und üben.
So als Nebeneffekt haben sich Frauen zwischen 30 und 60 aus verschiedenen Berufsfeldern getroffen, die diese Aufgabe mit viel Ernsthaftigkeit angingen.  Der Spaß kam trotz des diffizilen Themas nicht zu kurz, was wohl in erster Linie deinem Einfühlungsvermögen zu verdanken ist. Danke für dein unermüdliches Engagement. Ich kann den Kurs, an dem meine Töchter bereits im vergangenen Jahr teilnahmen, nur weiterempfehlen.


Haike Gerlach, Lehrerin am Gymnasium Neudietendorf