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13.04.2008 Keine Kaffeefahrt – Wir zu Gast in Brandenburg

Knapp 400 km und wir waren im schönen Brandenburg beim 1. Ju-Jutsu Verein Bernau zu Gast. Auf 4 Matten wurden gleichzeitig gekämpft. Von der Ostsee bis zum Thüringer Wald – von überall kamen die Sportler, denn dieses Turnier ist der letzte Test vor den Ostdeutschen Meisterschaften.

Erstmalig kämpften wir nach den neuen Altersklassenreglungen. Antonia rutschte so in die U15 und war somit die jüngste Teilnehmerin in dieser Klasse. Die 12 jährige zeigte den größeren Mädchen, dass sie gut trainiert. Im Schlag und Trittbereich vermied sie auf Grund ihrer „Größe“ lange Schlagabtausche und versucht nah an die Gegnerin heran zu kommen. Sie nutzte in allen Kampfbereichen ihre Mobilität und erreichte einen dritten Platz. Besonderes stark zeigte sie sich im Bodenkampf.

Pech hatte dagegen Lisa Schlöffel aus Gotha. Im ersten Kampf stand sie einer Rostockerin gegenüber. Diese wurde von der mehrfachen Weltmeisterin Sabine Felser trainiert. Ein Treffer am Kinn führte zwar zu einer Bestrafung des Nordlichtes, aber Lisa musste sich klar geschlagen geben. Im nächsten Kampf landete Lisa bei einem eigenen Wurf auf dem Gesicht und verletzte sich abermals am Kinn. Obwohl der Mattenarzt die Kampftauglichkeit nicht beeinträchtigt sah, nahm der Trainer Christian Zink die Sportlerin vorzeitig aus dem Turnier. Denn die Gesundheit geht vor.

Ein sehr gutes Ergebnis erkämpfte David Weichel bei den Senioren. Blitzartige Fuß und Handkombinationen brachten viele volle technische Wertungen. Mehrfach flog Kämpfer nach einem Beininnenschenkelwurf durch die Luft und wurden anschliessend gehalten. David siegte alleine zweimal durch technische Überlegenheit.

Im Finalkampf traf er auf das Bundeskadermitglied Felix Gläser. David konnte im Part 1 mit Tritten und Schlägen noch mithalten, jedoch im Part 2 wurde er mit einem tiefen Schulterrad geworfen und anschließend mit einem Armhebel zur Aufgabe gezwungen. Der erkämpfte zweite Platz war hoch verdient.

Auch einen zweiten Platz holte unser Sonnenschein Diana. Auch sie startete als Kleinste in der neuen Klasse. Zum Teil betrug der Größenunterschied einen ganzen Kopf.

Diana schaffte drei Kämpfe hintereinander ein technisches K.O. und schickte nacheinander 3Brandenburg Mädchen mit 14:0 von der Matte. Im letzten Kampf stand sie einer jungen Bernauerin gegenüber. Diese überragte Diana um einen ganzen Kopf. Taktisch sehr klug ging die Brandenburgerin auf Distanz und spielte ihre Reichweite aus. Ärgerlich war, dass in den 2 min bei jedem Griffkontakt die Bernauerin den Gürtel verlor. Diana konnte so den Griff für ihren Wurf nicht ansetzen. Warum die Schiedsrichter hier kein Wort verloren bleibt ein ungelöstes Rätsel. Das dies nicht aus Versehen passierte dagegen nicht.

Aber ein zweiter Platz ist auch eine noble Sache.

Fabian Frank stieg bei den Männern auf die Matte. Den Rostocker stellte er mit 14:0 wieder von der Matte. Ein Halbkreisfußtritt zum Kopf, ein Beininnenschenkelwurf und eine Seitfesthalte brachten das schnelle aus für den Hanseaten.

Deutlich im Rückstand war Fabian, als sich Christian Bernhardt aus Bernau leider verletzte. Dieser gab so den Kampf ab und Fabian konnte diese Punkte gut brauchen. Im Finalkampf trat er gegen Jan Stange an. Der Sachsen-Anhalter dominierte in allen Parts. Scheinbar hatte der KSV Jitoku an diesem Tag die zweiten Plätze reserviert. Aber wir waren zufrieden. 15 Vereine und 170 Kämpfer stritten um die Titel.

Torben Hampe gewann nur den letzten Kampf. Im ersten Kampf lief er direkt in einen seitlichen Fußtritt und war so nur noch begrenzt beweglich. Der Kampfmut brauchte 2 weitere Kämpfe, ehe wieder unser Torben wie wir ihn kannten agierte. Seine Leistung reichte noch für einen knappen dritten Platz. Ein durchaus passables Ergebnis in der mit 8 Jugendlichen besetzten Klasse.

Richtig Freude machte uns Markus Peuckert aus Kornhochheim. Markus hatte knapp ein Jahr lang nur leichtes Techniktraining absolviert und steigt nun wieder in den Wettkampf ein. Wie in alten Zeiten kämpfte er ruhig, taktisch klug und sehr variabel.

Vor dem Finalkampf ertrug er eine unsportliche Geste, welche in unserem Sport nicht üblich ist. Markus kämpfte mit seinen 15 Jahren in der U18 Klasse. Hier ist Kontakt zum Körper erlaubt. Sein Gegner bekam sehr deutlich zu spüren, dass Respekt durchaus erkämpft werden kann. Nach dem ersten gut platzierten Fußstoß war dem Gegner klar, dass er seinen Meister gefunden hatte.

Wir sind gerne nach Bernau gefahren. Die Kämpfe waren auf einem hohen technischen Niveau, die Schiedsrichter in der Gesamtleistung waren gut und die Wettkampforganisation war perfekt. Unseren Wanderpokal haben wir bei den Bernauern auch wieder entdeckt. Im November werden wir sehen, ob unser Drei-Burgen-Pokal wieder in Thüringen stehen wird!

Christian Zink