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27.09.2008 Fortbildung für das Thüringer Sozialministerium

Mit viel Humor nehmen Erzieherinnen ihre tägliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus zerrüttenden Familienverhältnissen in Angriff. Dies im wahrsten Sinne des Wortes. Übergriffe der Kinder untereinander oder auf die Erzieherinnen sind nicht selten. Hin und wieder besteht auch akute Gefahr von Eltern, welche Ihre Kinder besuchen dürfen. Auchdiese werden gegen die Pflegekräfte handgreiflich.

Für den Schutz dieser pädagogischen Fachkräfte suchte das Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit einen Partner, welche Selbstverteidigung, Selbstbehauptung und Konfliktverhalten professionell schulte. Frauenreferent Christian Zink stellte die Möglichkeiten des Thüringer Ju-Jutsu Verbandes dar und setzte sich gegen andere Sportverbände und mehrere kommerzielle Anbieter durch.

Das Referententeam aus Bayern, Hessen und Thüringen zog an zwei Wochenenden alle Register. Annemarie Besold aus Bayern war ein echter Gewinn. Wie trennt man zwei 15-jährige „Verhaltensoriginelle“, die sich mit Fäusten bearbeiten und einer auf dem anderem sitzt? Jacke als Sack über den Kopf, weg ziehen und draufsetzen! Ganz fix demonstrierte Annemarie wie es geht. Praktisch und gut!

In den 4 Tagen wurden auch Streitgespräche geübt. Aufgabe war es, den Jugendlichen ernst zu nehmen und dennoch klare Grenzen zu setzen. Schlug die Stimmung um, wurde je nach Situation de- oder eskaliert. Dass ein Erzieher sein Recht auf Gesundheit und Leben auch verteidigen darf, war ein großes Problem. Einen Jugendlichen schlagen? Auch das eigene Verständnis des Berufes würde hier schaden nehmen und dennoch mussten wir es üben. Hans-Olaf Richter, wissenschaftlicher Mitarbeiter arbeitete die Themen rechtlich auf.

In Rollenspielen wurden exakt die Situationen geübt. Die Frauen waren sich nie sicher, wie die Situation sich entwickeln würde. Gerade das Einschätzen und ein richtiges und angepasstes Verhalten sind nur so trainierbar.

Alle Teilnehmerinnen waren begeistert. Eine weitere Fortbildung würde der überwiegende Teil der Frauen sofort besuchen. Nachfragen nach weiteren Kursen oder Vereinsangeboten in der Nähe lassen den Schluss zu, dass sich dieser Lehrgang auch für den TJJV gelohnt hat.

Abschließend kann man anmerken, dass diese Frauen einen echt schweren Beruf machen und viele Dinge richtig machen. Unser Angebot stärkte die Frauen und bot zudem einen ernsthaften Erfahrungsaustausch für alle Beteiligten.

Christian Zink